Nerly-Ausstellung endet – und geht mit ausgewählten Highlights in die Verlängerung
Die Ausstellung ist das Ergebnis eines vierjährigen Bestandserforschungs- und Restaurierungsprojekts zum Werk des 1807 in Erfurt geborenen Malers. Aus aktuellem Anlass bieten die Gastkuratorin Dr. Claudia Denk und Kurator Thomas von Taschitzki M.A. eine abschließende Führung durch alle Abteilungen. Rund 20 000 Besucherinnen und Besucher haben sich die Ausstellung seit Mitte November 2024 angesehen und konnten an Vorträgen und Artist Talks teilnehmen.
Auch in der Verlängerung wird die Schau „Friedrich Nerly – Von Erfurt in die Welt“ ein umfassendes Bild von Nerlys ungewöhnlicher Lebensreise, seiner Rolle als früher Freilichtmaler an der Schwelle zur Moderne und seiner einstigen internationalen Strahlkraft in Venedig geben. Friedrich Nerly war beides – ein bedeutender Landschaftsmaler und ein großes Verkaufstalent.
Mit rund 80 Exponaten – darunter bedeutende Leihgaben aus dem Von der Heydt-Museum Wuppertal, dem Landesmuseum Schleswig-Holstein Schloss Gottorf und aus Privatbesitz – wird die neu konzipierte Ausstellung im ersten Galeriegeschoss zeigen, wie sich Nerly in Rom und schließlich in Venedig zum brillanten Freilichtmaler entwickelte und mit seinen Exkursionen in das unwegsame Hochgebirge zu einem der ersten Ölstudienmaler der Alpen wurde.
Eine Vielzahl frischer Ölstudien gewährt reiche Einblicke in Nerlys kühne Malpraktiken, mit denen er bereits während seiner römischen Jahre von 1828 bis 1835 unter dem strahlenden südlichen Licht dem Impressionismus vorgriff. Um ein umfassendes Bild von Nerlys Pionierleistungen zu vermitteln, setzt sich die Ausstellung mit einer Würdigung seiner venezianischen Erfolgsjahre von 1837 bis zu seinem Tod 1878 fort. Seine Bild-Erfindung der venezianischen Mondnacht machte Nerly zum Trendsetter und zum bedeutendsten, ausländischen Landschaftsmaler in Venedig. Erfolgreicher als die einheimischen Landschaftsmaler erfüllte er mit seinen ikonischen Ansichten in Zeiten der beginnenden Globalisierung die Erinnerungssehnsüchte der Reisenden. Nachhaltig verwandelte er die Wahrnehmung der Stadt bis heute.
„Mit dieser Neukonzeption werden sich spannende inhaltliche Zusammenhänge und unmittelbare Blickachsen zwischen den Abteilungen ergeben“, sagt Gastkuratorin Dr. Claudia Denk. „Die unterschiedlichen Werkphasen können nun zusammen gesehen und Nerlys künstlerische Entwicklung besonders gut nachvollzogen werden.“