Toilettenvandalismus kostet Erfurt 40.000 Euro
Stadt prüft Maßnahmen, wie die Anlagen künftig besser geschützt werden können

Die neuen öffentlichen Toiletten im Nordpark, eine bei der Skaterbahn, die andere am Klärchen, sind für rund 250.000 Euro das Stück errichtet worden. „Aktuell sind mindestens einmal pro Woche Vandalismus bedingte Sondereinsätze nötig.“ Weggeworfener Müll, Verschmutzungen die zum Himmel stinken, Graffiti-Geschmiere an Türen und Wänden, beschädigte Klobecken und Türgriffe – um nur einige der Schäden zu nennen.

Die Anlagen im Nordbad wurden eigentlich vandalismussicher errichtet: „Sie haben Metalltüren und integrierte Seifenspender, die nicht herausgebrochen werden können. Am Petersberg, wo wir als Stadt zwei ältere Toilettenanlagen betreiben, sind auch schon mal Türen herausgerissen worden“, so Ott.
„Seit Jahresbeginn haben unsere Reinigungs- und Reparatureinsätze rund 40.000 Euro gekostet“, sagt der Amtsleiter. „Auf diese Summe kommen noch einmal die regulären Reinigungskosten hinzu. Unsere Anlagen werden einmal täglich, freitags sogar zweimal von der Herstellerfirma gereinigt." Ärgerlich ist vor allem, dass die Toiletten wie am Petersberg häufig geschlossen bleiben müssen, obwohl es dringende Bedürfnisse gibt.
Dass es so nicht weitergehen kann, weiß Arne Ott. „Eine Möglichkeit, dem Vandalismus Herr zu werden, wäre, eine Gebühr für die Nutzung zu verlangen. Wir wissen, dass die Nutzer dann in der Regel pfleglicher mit der Anlage umgehen. Doch eine Gebühr geht aufgrund der Förderrichtlinien, die eine kostenfreie Nutzung vorgesehen haben, leider nicht.“ Eine Videoüberwachung wurde vom Datenschutz abgelehnt. Was bleibt an Möglichkeiten? Ott: „Wir überlegen, den Reinigungsrhythmus auf zweimal täglich zu erhöhen." Auch der Einsatz eines Grünflächensicherheitsdienstes bzw. Parkwächters wie während der Buga sei denkbar – genauso wie das Schließen der Anlagen zu besonders vandalismusgefährdeten Zeiten. Dass aber „die Mehrheit der Parkbesucher unter der Dummheit einiger Weniger leidet, das ist der eigentliche Skandal“, sagt der Amtsleiter zum Schluss.
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Foto: © Stadtverwaltung Erfurt
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